BORS

 

Leitgedanke

Die Berufsorientierung an unserer Schule soll die Fähigkeiten und Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler zur Berufswahl, zur Bewältigung der Anforderungen der Arbeitswelt und zur Mitgestaltung der Arbeitswelt verbessern.

Berufsorientierung hat zwar ihren Schwerpunkt in der 9. Klassenstufe, ist aber ein Grundprinzip in allen Fächern und in allen Jahrgangsstufen. Konkret beginnt die Berufsorientierung in Klasse 8 mit dem Besuch einer Informationsveranstaltung bei unserem Bildungspartner der Heldele GmbH. Dort erhalten die SchülerInnen und Schüler Einblicke was sie nach der Realschulzeit erwartet. Den Abschluss bilden in Klasse 10 Kooperationen mit den weiterführenden Schulen.

Das themenorientierte Projekt BORS wird vollintegrativ gehandelt, d.h. nicht nur EWG und Deutsch sind zuständig, sondern alle Fächer nehmen an geeigneten Stellen auf BORS Bezug.

Unsere Schule ist eingebunden in ein Netzwerk mit externen Partnern aus der Arbeits- und Berufswelt, insbesondere der Berufsberatung der Arbeitsagentur, sowie weiterführenden Bildungseinrichtungen. Die Einbeziehung des Elternhauses ist Voraussetzung für einen gelingenden Berufswahlunterricht.

In einem Dialog in der Schule und mit unseren außerschulischen Partnern wird unser BORS-Konzept fortlaufend kritisch reflektiert und angepasst.

Zusammenarbeit mit Eltern

An beiden Klassenelternabenden der Klasse 9 werden die Eltern über die BORS-Inhalte und Veranstaltungen während des Schuljahres informiert. Die EWG-Lehrer informieren die Eltern am ersten Elternabend über die Modalitäten des BORS-Praktikums. Elternbriefe ergänzen diese Informationen.

Individuelle Beratungsgespräche zwischen Lehrern und Eltern sind während des gesamten Schuljahres möglich.

Vor dem Praktikum, welches meistens im Februar oder März stattfindet, findet ein weiterer thematischer Elternabend zur Berufsorientierung mit der Berufsberaterin der Arbeitsagentur statt. In den vergangenen Jahren hat dieser Elternabend im BIZ in Göppingen stattgefunden. Die Berufsberaterin informiert über betriebliche und schulische Ausbildungsgänge, die Ausbildungsstellensituation, weiterführende Schulen und Hilfen der Berufsberatung. Der BORS-Fachleiter steht an diesem Abend ebenfalls für Fragen zur Verfügung.

Beim Vortrag zum Thema „Was wird draußen erwartet?“ bei der Heldele Stiftung in Salach begleiten die Eltern ihre Kinder bereits in Klasse 8.

Inhalte des themenorientierten Projektes BORS in der Klassenstufe 9

EWG

1. Halbjahr

  • Verlaufsplanung BORS

  • Aufbau der Projektmappe

  • Die Rolle von Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten bei der Berufswahl

  • Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung

  • Meine Stärken und Ziele – Mein Steckbrief (Das bin ich)

  • Wie und wo kann ich etwas über Berufe erfahren (Recherchetechniken, BIZ-Besuch)

  • Schulische und berufliche Ausbildungsgänge

  • Schulische Bildungswege für Realschüler

  • Das System der sozialen Sicherung

  • Gruppenpräsentation von Berufen der folgenden Berufsfelder:

1. Metalltechnik

2. Bautechnik

3. Agrarwirtschaft, Chemie, Physik und Biologie

4. Elektrotechnik und Informationstechnologie

5. Drucktechnik, Papier und Mediengestaltung

6. Farbtechnik, Raumgestaltung und Holztechnik

7. Ernährung, Hauswirtschaft und Gastronomie

8. Wirtschaft, Verwaltung und Behörden

9. Gesundheit und Sozialwesen

2. Halbjahr

  • Gruppenpräsentation von Berufen (siehe oben)

  • Fachliche Grundlagen für das Praktikum im März (Organisatorisches, Verhaltensregeln, der Praktikumsbericht)

  • Aufarbeitung des Praktikums und Auswertung der Praktikumsberichte

  • Veränderungen in der Berufswelt

  • Berufliche Mobilität und Fortbildung

  • Der Berufsausbildungsvertrag

Deutsch

1. Halbjahr

September/

Oktober/

November

  • Das Telefongespräch (Praktikum/Bewerbung)

  • Bewerbungsschreiben und Lebenslauf

 

2. Halbjahr

  • Bewerbungstraining: das Vorstellungsgespräch

  • Eignungstests erfolgreich meistern

 

Technik/MUM

 

  • Geschlechtsspezifische Rollenerwartungen

  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf

  • Sicherheit im Betrieb

  • Das Jugendarbeitsschutzgesetz

Religion/Ethik

 

  • Berufs- und Lebensziele

  • Soziale Berufe

  • Berufe und Kirche

Fremdsprachen

 

  • Fachspezifische Berufsfelder

  • Berufsausbildung im europäischen Ausland

Naturwissenschaftliche Fächer

 

  • Fachspezifische Berufsfelder

Mathematik

 

  • Mathematische Aufgaben in Einstellungstests

  • Bilder, Grafiken und Statistiken decodieren und versprachlichen

Inhalt und Aufbau der Projektmappe:

Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren den Prozess der Berufsorientierung in einer individuellen Projektmappe.

Die Projektmappe soll alle Arbeitsblätter und Aufschriebe aller Fächer enthalten. Erkundungen der Gruppe, eigene Aktivitäten (z.B. BIZ-Besuche) und der Praktikumsbericht sind ebenso Bestandteil der Mappe. Auf Ausdrucke aus dem Internet und Prospektmaterial wird verzichtet. Dies sollen die Schülerinnen und Schüler an anderer Stelle ablegen. Umso wichtiger sind eigene Stellungsnahmen während des gesamten Projektes.

Gliederung:

  1. Orientierungsphase

    • Das bin ich – Mein Steckbrief

    • Interessen und Fähigkeiten

    • Meine Stärken und Ziele

    • Zu meinen Interessen passende Berufe

  1. Entscheidungsphase

    • Duale Berufsausbildung

    • Schulische Berufsausbildung

    • Schulen nach der Realschule

    • Berufe im Wandel und neue Berufe

    • Berufliche Mobilität und Fortbildung

    • Der Berufsausbildungsvertrag

  1. Berufe konkret

  1. Bewerbungsphase

    • Das Telefongespräch

    • Bewerbungsunterlagen

    • Das Vorstellungsgespräch

    • Eignungstests erfolgreich meistern

  1. Praxiserfahrungen

    • Mein Besuch im BIZ

    • Das Betriebspraktikum

    • Der Praktikumsbericht

    • Mein Besuch bei der Berufsinfomesse „Berufe im Blickpunkt“

Projektprüfung:

Schülergruppen mit 2-3 Mitgliedern einigen sich auf ein Berufsfeld (siehe oben) und beschaffen sich selbständig Informationen zu Berufen aus dem gewählten Berufsfeld. Sie bereiten gemeinsam die Informationen zu einer Gruppenpräsentation auf und präsentieren das Ergebnis vor der Klasse. Jeder Schüler übernimmt dabei auch eine Einzelpräsentation. Der Deutschlehrer der Klasse unterstützt die Schülerinnen und Schüler durch die Einübung und Wiederholung von Präsentationsmethoden, der EWG-Lehrer betreut die Schülerinnen und Schüler bei der Erstellung der Berufsbilder.

Die Projektprüfung findet im 3. Zeitfenster statt. Pro Gruppe sind 20-25 Minuten Präsentationszeit vorgesehen. Im Anschluss an die Einzelpräsentationen findet ein Dialog statt mit Fragen zum speziellen Beruf oder allgemeinen Gesichtspunkten der Berufswahl.

Die Benotung der Projektprüfung vom EWG-Lehrer nach Abschluss aller Projektprüfungen bekanntgegeben.

Notenfindung und BORS-Zertifikat:

Mit dem Jahreszeugnis erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Testat mit Ziffernnote.

Die Gewichtung der im Testat zu vergebenden Ziffernnote errechnet sich aufs folgenden Leistungen:

  1. Projektprüfung

  2. Projektmappe (Praktikumsbericht)

  3. BORS-Klassenarbeit.

Außerschulische Veranstaltungen und Einbeziehung von Experten:

Klassenstufe 8

  • Der Vortrag „Was wird draußen erwartet“ bei der Heldele Stiftung verdeutlicht den Schülerinnen und Schülern mit ihren Eltern und Klassenlehrern nochmals die Bedeutung von Schlüsselqualifikationen in der Berufs- und Arbeitswelt.

Klassenstufe 9

  • Besuche im Berufsinformationszentrum (BIZ) in Göppingen

  • Elternabend zur Berufsorientierung im BIZ

  • Schulbesuch der Berufsberaterin in Klasse 9 (Ausbildungs- und Schulsituation im Kreis Göppingen)

  • Einzelberatungen der Berufberaterin für alle Schülerinnen und Schüler der Klasse 9

  • Veranstaltung „Coaching4Future“ mit Vorstellung von Berufen aus dem MINT-Bereich

  • Das BORS-Praktikum findet im Februar oder März des Schuljahres statt. Die Schülerinnen und Schüler werden im Unterricht vorbereitet und von den Lehrerinnen und Lehrern im Praktikum besucht. Über dieses Praktikum hinaus nützen viele die Ferien für weitere Praktikas.

  • Betriebsbesichtigungen mit der ganzen Klasse oder interessierten Schülerinnen und Schülern in der unterrichtsfreien Zeit (z.B. Klinik am Eichert, Firma Strassacker, Ausbildungszentrum für technische Berufe bei Daimler Chrysler ……)

  • Besuch des Infomobils der Metall- und Elektroindustrie

  • Vortrag der Handwerkskammer über Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk

  • Teilnahme am Girls Day / Boys Day

  • Bewerbertraining mit unseren Partnern,, z.B. Firma Strassacker, Barmer Ersatzkasse, Kreissparkasse Göppingen, AOK Göppingen, Landesbank Baden-Württemberg, …… und Auszubildenden, oftmals ehemalige Realschüler.

  • Vortrag über Sozialversicherungen

  • Teilnahme am Praxisparcours der GARP in Plochingen. Hier können verschiedene berufsrelevante handwerkliche und technische Fertigkeiten an verschiedenen Stationen erprobt werden.

  • Der Praxisparcours findet für alle Klassen 8 und 9 an unserer Schule statt. Dabei haben interessierte Mädchen noch die Möglichkeit, an einem Behauptungs- und Bewerbungstraining teilzunehmen.

  • Projekt „Talenteschmiede Baden-Württemberg“ – Mit Talent zur erfolgreichen Berufsorientierung und beruflichen Selbständigkeit.

  • Organisation der Berufsinfomesse „Berufe im Blickpunkt“ durch Frau Reinelt mit seiner AG „Job-Team“ mit ca. 40 Firmen.

Klassenstufe 10

  • Einzelberatungen der Berufsberaterin für interessierte Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 finden ebenfalls in der Schule statt. Die Listen dazu liegen im Sekretariat aus.

  • Informationen zu den weiterführenden Schulen gibt es am ersten Elternabend. Dabei besuchen Vertreter der kaufmännischen Schule Geislingen den Elternabend.

  • Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 erhalten die Möglichkeit einen Schultag an der kaufmännischen Schule Geislingen mitzuerleben.

  • Schülerinnen und Schüler der kaufmännischen Schule Geislingen (ehemalige Schülerinnen und Schüler GSRS Süßen) besuchen den Unterricht der Klassen 10 und berichten über Anforderungen in Klasse 11.

Weiterentwicklung des Konzeptes:

Während Dienstbesprechungen und Gesamtlehrerkonferenzen werden die Kolleginnen und Kollegen über laufende Projekte informiert.

Zur Verbesserung des BORS-Konzeptes findet einmal jährlich eine BORS-Konferenz mit allen EWG-, D-Lehrern und Klassenlehrern der Klassen 9 statt. Hier werden auch Rückmeldungen aus den Betrieben und weiterführenden Schulen besprochen.

Gespräche mit Ausbildungs- und Unternehmensleitungen bei den Praktikumsbesuchen sind wichtiger Bestandteil bei der Weiterentwicklung der Berufsorientierung an unserer Schule.

Text: F.Hiller, Oktober 2011